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Rollenmaterial: Bestand, Inventur und Korrekturen

1. In Metern führen, in Rollen einkaufen

Folie, Luftpolsterfolie und Klebeband werden mit Basiseinheit Meter geführt. Im Lagerdetail hinterlegst du die Nennlänge einer vollen Rolle, etwa 100 m, und einen Mindestbestand in Metern. Beim Wareneingang kannst du Meter oder ganze Rollen buchen: 5 Rollen zu 100 m ergeben 500 m Bestand. Eine spätere Änderung der Nennlänge ändert frühere Buchungen nicht.

Das Rollenäquivalent ist nur eine Umrechnung. 150 m bei 100 m Nennlänge ergeben 1,5 Rollenäquivalente – das System kennt damit weder die Anzahl angebrochener Rollen noch deren einzelne Restlängen.

2. Verbrauch und Nachbestellung

Der Verbrauch wird beim Abschluss einer Verpackung vom Lager abgebucht. Offene Bestellungen sind noch nicht abgezogen; der angezeigte Bestand ist daher kein reservierungsbereinigter verfügbarer Bestand. Bei Erreichen oder Unterschreiten des Mindestbestands erscheint im Lager ein Nachbestellhinweis. Eine Bestellung wird dadurch nicht automatisch versendet.

3. Tatsächlichen Bestand prüfen

Für die Inventur zählen alle vollen und angebrochenen Rollen des Materials. Beispiel: Rechnerisch sind 120 m vorhanden; eine angebrochene Rolle ist leer, eine volle 100-m-Rolle ist noch da. Der tatsächliche Gesamtbestand ist 100 m und die Differenz beträgt 20 m – nicht Gesamtbestand 0.

Der Bestand wird je Material und Mandant geführt. Lagerplatzangaben dokumentieren Buchungen, bilden aber noch keine getrennten Standort- oder Einzelrollenbestände.

4. Zwei Wege für die Differenz

Nur Lagerkorrektur

Bei Ausschuss, Verlust oder ungeklärter Ursache den gezählten Gesamtbestand über Inventur buchen und begründen. Der Lagerstand wird korrigiert; Bestellverbräuche und deren Gewichtsauswertungen ändern sich nicht. Auch Mehrbestände lassen sich so erfassen.

Geschätzten Mehrverbrauch verteilen

Wenn die Fehlmenge tatsächlich zu niedrig erfasstem Verpackungsverbrauch entspricht, wählst du Zeitraum und betroffene abgeschlossene Bestellungen. Die Vorschau verteilt proportional: Bei 30 m und 70 m erfasstem Verbrauch werden 20 m Fehlmenge als 6 m und 14 m ergänzt. Erst nach Bestätigung werden zusätzliche Korrekturzeilen und passende Lagerabbuchungen gespeichert. Es wird auf 0,001 m gerundet; die Summe bleibt exakt.

Die ursprünglichen Buchungen bleiben unverändert. Korrekturen sind geschätzt und nachvollziehbar gekennzeichnet; Gewicht und Zusammensetzung stammen aus den jeweiligen ursprünglichen Verbrauchszeilen. Auswertungen der Bestellungen ändern sich rückwirkend. Bereits versendete Meldungen oder Exporte müssen gegebenenfalls separat berichtigt werden. Eine reine Lagerdifferenz darf nicht ohne sachliche Grundlage zu Versandverpackungsverbrauch werden.

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